Impedanzlinearisierung des Elektrostaten - sinnvoll?

  • Hallo,


    heute bin ich auf der Internetseite von Hifi-Zenit gestoßen. Zu Elektrostaten wird geschrieben, dass sog. "Impedanzlinearisierer" empfohlen werden, weil die den Verstärker entlasten würden (die Last liegen dann bei 4 Ohm). Der Preis für die Linearisierer ist nicht sehr hoch, der versprochene Klangzugewinn hoch.


    Seltsam, wieso habe ich noch nie etwas davon gehört - Ihr etwa? Hat jemand Erfahrungen damit?


    Ich besitze einen PowerAmp von Hifi-Akademie (von 2010) sowie eine Abacus Endstufe 60-120C. Soweit machten beide einen guten Job an meinen Capaciti X2.


    Grüße


    Michael

  • Hi,


    Elektrostaten pur an Übertrager weisen eine Glocken förmige Impedanzkurve auf, deren Betrag durchaus über 100Ohm und deren Phasengang Werte von deutlich über +-45° erreichen kann.

    Dafür ist die Mehrheit üblicher Verstärker nicht ausgelegt und reagiert mehr oder minder verschnupft.

    Das Linearisierungsnetzwerk ist typischerweise ein einfaches LCR-Netzwerk, welches dem ESL parallel geschaltet ist.

    ESL und Netzwerk handeln dann untereinander die Verteilung der Ströme so aus, daß der Verstärker eine konstantere Impedanz, sowohl in Betrag wie in Phase sieht ... und das erleichtert ihm die Arbeit.

    Das LCR Netzwerk ist kein Zauberding und kostet mit vernünftigen Bauteilen aufgebaut vielleicht 10-20€ .... man kann mit Boutique Bauteilen den Preis aber auch schnell mal auf einige hundert € treiben ... ohne daß sich klanglich dadurch etwas ändert.

    Die klangliche Verbesserung entsteht ausschließlich durch das verbesserte arbeiten des Amps.

    Am einfachsten ist es jedoch einen Amp zu wählen, welcher sich von solchen Lasten unbeeindruckt zeigt.

    Huberts class-D gehören dazu. Dann machen auch solche zusätzlichen Netzwerke keinen Unterschied.


    eiskalt

    DasHändchen

  • Na, das sind prima Nachrichten... Danke für die Infos! Dann investiere ich mal weiter in die Raumakustik.


    Wenn es so simple und günstig ist, könnten ESL Hersteller dies ja gleich einbauen... und der Verbraucher hätte mehr mögliche ESL-Verstärker Kombinationen zur Verfügung...


    Grüße


    Michael

  • Hi,


    #3: Nein, das ist nicht das Gleiche. Der mit der Frequenz ansteigende Teil der Glockenkurve ist induktiv im Character, der fallende Teil kapazitiv.

    Addiere ich nun seriell den Ü des Amps hinzu, dann verschiebt sich die Spitze der Glocke zu tieferen Frequenzen und durch den ohmschen Anteil des Ü wird der Peak etwas niedriger.

    Das Ziel den Peak insgesamt -und damit auch die einhergehenden Phasendrehungen- zu glätten wird damit nicht erreicht.

    Typischerweise können Amps mit Ü aber wesentlich besser mit den teils beträchtlichen Blindströmen umgehen als Ü-lose Amps.


    4#: Die Amp Hersteller könnten ja auch gleich vernünftige stabil arbeitende Verstärker bauen ;)


    eiskalt

    DasHändchen

  • Hallo zusammen,


    auch ich bin auf das Angebot von Hifi-Zenit gestossen.

    Ich hab die MartinLogan EM-ESL und als Verstärker die Kombi Nubert nuControl2 und nuPower D (Class D).

    Nach meiner Kenntnis sollte der eher robust sein, wissen tu ichs aber natürlich nicht ob da nicht doch was klanglich zu holen ist.

    Das Angebot wäre insofern verlockend, da ja ein 14Tägiges Rückgaberecht bei Nichtgefallen eingeräumt wird....


    Kann einer nochmals versuchen zu beschreiben, was denn da ggf. klanglich zu erwarten wäre (auf was also bei testen zu achten wäre) und ob da (ausser den Kosten) potentielle Risiken und Nebenwirkungen sein können..


    Danke für Euren Support


    Gruß Peter

  • Hallo Peter,


    als ehemaliger Besitzer von MLs (ML Source und Theos) kann ich nur von meinen Erfahrungen berichten:


    Du hast ja Hybridelektrostaten, die verhalten sich impedanzmässig "braver" als Vollelektrostaten. Obwohl, anspruchsvoll sind sie auch. Die wollen schon mit genügend Power gefüttert werden. Aber die hat dein Nubert ja wohl mehr als genug.


    Ich bin seinerzeit von der Röhre dann auf McIntosh umgestiegen, da blieben für mich keine Wünsche mehr offen.


    Dein Problem -falls du dich klaglich verändern willst- liegt dann meiner Meinung nach nicht bei der Impedanzanpassung, sondern: Wie klingt mein Verstärker in Verbindung mit den MLs? Tja, da ist die Spielwiese zum Testen groß genug...


    Viel Spass weiterhin!

    Gruß Klaus

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