Suche jemanden, der bei meinen Final 300i die Folien revidieren kann...

  • Soweit ich weiß besitzen diese Vollbereichselektrostaten 3 verschiedene Panels für Tief- Mittel und Hochton.

    Sie sind ca. 12 Jahre alt und die Folien gehören erneuert.

    Wäre hier jemand im Raum Passau bzw. Oberösterreich, der Erfahrung hat mit der Reparatur solcher Elektrostaten?


    Danke.

  • Hi,


    Final hatten ja ihren eigenen Weg gewählt und unterschieden sich dadurch von allen anderen ESLs am Markt.

    Um es verständnismäßig zu vereinfachen handelte es sich nicht um sogenannte push-pull Konstantladungs-ESLs, die mit hochohmiger Beschichtung der Membrane arbeiten, sondern um ein paar elektrisch parallel geschaltete Konstantspannungs-ESLs, welche mit gut leitfähiger Beschichtung arbeiten.

    Immer noch zu kompliziert ....

    Beim KL-ESL ist die Membran nur Träger einer Ladung auf die das elektrische Feld, das sich zwischenden Statoren aufbaut eine Kraft ausüben kann. Mit dem eigentlichen Signalweg des Audiosignals von Stator zu Stator hat die Membran nichts zu tun.

    Das sieht man eindrucksvoll bei Elektret-Kopfhörern, bei denen die Elektretmembran die Ladung quasi in sich trägt und daher kein elektrischer Anschluss nötig ist. Wird die Ladung aber wie üblich über ein kleines HV-Netzteil erzeugt, dann fließt nah der Voll-Aufladung der Membran praktisch kein Strom mehr. Es muss nur die Leckage der Ladung nachgeschossen werden.

    Bei den KS-ESL jedoch ist die Membran gut leitfähig und bildet mit jedem Stator einen eigenen Kondensator. Das hat zur Folge, daß die Ströme zum Umladen der Kondensatoren eben auch über die Membran, bzw. deren Kontaktierung und Beschichtung gehen.

    Hohe Spannung winzigster Strom .... das beherrscht man seit mehreren dutzend Jahrzehnten, selbst in transparenter Form.

    Hohe Spannung und nennenswerter Strom .... mögen nicht nur Kontaktierungspunkte nicht.

    Die Final-Beschichtung eben war sehr speziell -weil zusätzlich noch hoch-transparent- und des weiteren noch mit einer hoch-transparenten Isolierschicht versehen. Aber auch an ihr nagten die Zähne des Stromes und der Zeit erfolgreich.

    Wie sich zeigte starben viele Finals am Versagen dieser Beschichtung ... entweder durch Elektrodenfraß, oder durch nachlassen der Haftung der Beschichtung.

    Der Auftrag der Tinten erfolgte vermutlich in einem teil-automatisierten Druckverfahren, evtl. noch mit UV-Aushärtung.

    Die Macher hinter Final waren jedenfalls hochkompetente Leute, denen ein beeindruckender KnowHow und Maschinen Pool zugänglich war.

    Zwar sind seit der Liquidation von Final (und sogar deren Nachfolger) gut 10 Jahre ins Land gegangen und die Entwicklung solcher elektrisch leitfähiger Tinten hat sich fortentwickelt, aber ich halte die Probleme dieser sehr speziellen Anwendung für noch nicht wirklich dauerstabil gelöst ... und falls doch, dann sicher nur unter sehr kontrollierten und spezialisierten Verarbeitsschritten (z.B. Plasma-Aktivierung der Trägermembran zur Erhöhung der Haftfähigkeit, etc.)

    Eine Reparatur im Sinne der Wiederherstellung des Originalzustandes jedenfalls halte ich für ausgeschlossen - das beherrschen selbst für Quads nur ganz ganz wenige!


    eiskalt

    DasHändchen

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