Reckhorn

  • Hi,
    Nachdem hier vor kurzem das Reckhorn vorgestellt wurde und der Preis als B-Ware äußerst verlockend erschien, konnte ich einfach nicht anders und ließ mich zu einem Spontankauf hinreißen. Heute kam das sehnlichst erwartete Paket an und wurde sogleich ausgepackt. Zunächst suchte ich nach den Schönheitsfehlern konnte aber nichts auffälliges entdecken. Auch die Marmorplatte, die lose aufgelegt wird, hat keine Kratzer. Das einzige was fehlte, ist ein in der halbseitigen Bedienungsanleitung erwähnter kleiner Schaumstoffpuffer, der am Befestigungswinkel für die Bodenbefestigung sein sollte. Aber das ist nicht weiter schlimm. Mit der Taschenlampe habe ich mal reingeleuchtet und konnte auch dort nichts verdächtiges erkennen. Der Zylinder besteht, wie auf der Homepage von Reckhorn erwähnt, aus Hartpapier, die Trennwände aus verleimten Spanplatten. Das Chassis sieht schon recht interessant aus mit den radial verlaufenden Verstärkungsrippen. Es verfügt über zwei Schwingspulen, deren 4 Anschlüsse nach außen geführt sind und beliebig angesteuert werden können.


    Bei mir ist das Reckhorn zur Zeit an eine Stereoendstufe angeschlossen, die wiederum von einer einstellbaren 24dB-Frequenzweiche angesteuert wird. Die Trennfrequenz liegt schätzumgseise bei 60...70Hz. Den Bereich von 70...300Hz übernehmen zur Zeit noch pro Seite 2 Tangband-Tieftöner in kleinen geschlossenen Gehäusen (später möchte ich diese durch 8 Westras in Dipolanordnung a la Händchen ersetzen). Die Elektrostaten laufen ab 300Hz.


    Nachdem die Trennfrequenz und der Pegel nach einigen Versuchen nach Gefühl eingestellt waren ging es zum gemütlichen Teil über - zum Musikhören und später dann zum Fersehgucken...


    Um es vorweg zu nehmen. Es macht unheimlich Spaß :-)


    Absolute Spaßbringer sind Percussionstücke mit großen Trommeln und Pauken, z.B. "The O-zone Percussion Group", Stück 15 auf der Manger-CD oder "The Robert Hohner Percussion Ensemble" auf der TAGMcLaren test tracks CD, oder der Drummer Charly Antolini auf der CD Knock out 2000. Dort ist auch eine ziemlich extreme Bassgitarre zu hören. Obwohl das Reckhorn in der Ecke steht, hört es sich gar nicht so wummerig an. Vor allem die großen Drums kommen erstaunlich präzise und doch druckvoll rüber.


    Szenenwechsel: Bachs Toccata und Fuge (Kirchenorgel) hat endlich Volumen und Druck. Das hatten meine beiden Ripole mit den GBS-Chassis so nicht geschafft (Peerless SLS-Chassis wären sicherlich besser gewesen).


    Und dann natürlich: Erich Kunzel "The big Picture", man fühlt sich wie im Kino 1. Reihe. Macht einfach Spaß.... Oder später im Fernsehen "Asterix und Obelix" die Katapultsteinkugeln schlagen direkt neben dem Sofa ein...


    Aber auch bei Klavierstücken z.B. Beethoven: Die Sonate Nr.8, c-moll, Op.13 (Stück 3 auf der Manger-CD) scheint in den tiefen Lagen an Volumen zu gewinnen.


    Marla Glen, The Cost of Freedom war mir dann doch eine Spur zu dick aufgetragen, aber das Stück ist ja eh etwas basslastig.


    Also vielleicht höre ich morgen die Welt ja wieder ganz anders, aber heute hat mir das Reckhorn viel Spaß bereitet und ich denke für 75,- plus 18,- Euro Versand kann man mal einen Versuch wagen. In diesem Sinne....



    P.S: Um die Frau des Hauses gnädig zu stimmen wurde umgehend ein Blumentopf auf dem Reckhorn platziert...

  • Hi Martin,
    das Verhältnis von Preis,Spaß und Leistung scheint ja hier zu stimmen. Wenn ich die Konstruktion richtig verstehe, dann ist das Reckhorn ein gefaltetes Horn, das ala Klipschorn die Eckwände als letzte große Faltung mit einbezieht. Dadurch können aber auch Wiedergabeprobleme auftreten, wenn der Standort nicht mit der Raumakustik harmoniert, besonders dann, wenn es um Raummoden im Tiefbass oder um Laufzeitunterschiede im oberen Bassbereich geht. Im Grunde hast du jetzt ein Dreiwegesystem, in dem die Elektrostaten, wie in der ML-Summit, recht hoch ankoppeln. Gruß bunjo

  • Hallo Günther,
    im Moment komme ich nicht dazu Messungen zu machen, habe aber mal eine Test-CD mit Sinustönen (20,30,40,50,60,100,125Hz) eingelegt. Bei 20Hz höre/spüre ich noch nichts, ab 30Hz gehts los. Bei der Gelegenheit habe ich festgestellt, dass die Trennfrequenz deutlich höher liegt als oben erwähnt, nämlich bei 80..90Hz, was eigentlich schon fast zu hoch ist für das Reckhorn, ich werde daher die Trennfrequenz weiter runter drehen.



    bunjo
    Mein Raum hat sehr ungünstige Maße: 6*4*3m (LxBxH) im Bereich zwischen 60 und 120Hz habe ich heftigste Raummoden, die ich bisher mit den Ripolen (Einsatz unter 120Hz) zu entschärfen versuchte. Die Ripole verbessern die Situation zwar, aber es gibt immer noch ausgeprägte Raummmoden. Da die Ripole bis max 150Hz gehen, brauchte ich zusätzlich noch Treiber für den Grundtonbereich, der von den beiden Tangbands übernommen wird, die nach oben und nach unten impulskompensiert abstrahlen. Einer ist über dem ESL, der andere unter dem ESL montiert. Von dieser Anordnung erhoffte ich mir eine Entschärfung der vertikalen Raummoden.
    Zusätzlich habe ich jetzt die ganze Anlage um 45 Grad gedreht, d.h. die Lautsprecher strahlen jetzt diagonal ab, das Reckhorn hat etwa den gleichen Abstand zu beiden Lautsprechern. In dieser Anordnung habe ich in meinem Wohnraum den bist jetzt am wenigsten wummernden Bass erlebt. Weitere Verbesserung verspreche ich mir mit den 8 senkrecht übereinander gestapelten Westras in Dipol-Ausführung so wie Händchen das hat. Der Punch kommt dann von den Westras und das Fundament unterhalb 60Hz vom Reckhorn. Das könnte was werden, jedenfalls bin ich sehr zuversichtlich.
    Was übrigens bei mir am schlechtesten klang, sind auf dem Boden liegende Bässe, egal ob geschlossen impulskompensiert oder Bassreflex. Warum das Reckhorn nicht so stark wummert obwohl es in der Ecke steht ist mir nicht klar.

  • Hi zusammen,


    ich schliesse mich mal an, da ich nun deren 2 habe :o)


    Da ich gerade keine Ecken frei habe, aber dank des günstigen Preises nicht nein sagen konnte habe ich nun die Kanten hinter den ELS bestückt (dort stehen in jeder Ecke ein Billy Eckregal und ein 80er Wandregal, an der Stufe nun jeweils ein Reckhorn).


    Da meine Digitalbasteleien dank eines verreckten Rechners kurz auf Eis liegen, konnte ich nur meinen Behringer Ultracurve zweckentfremden:
    vom PC oder Laufwerk digital in den Ultracurve, das Oroginalsignal unbearbeitet wirder digital heraus zur Haupt-Anlage, an den Main Out hängt momentan noch eine NAD 2600A, die die Reckhörner treibt.


    Kleiner Hinweis: wenn die Hörner in der Ecke stehen und der ELS im Raum, solltet Ihr die ELS zeitverzögern, sonst macht es zwar spass, wird aber nie stimmig! Man bekommt so hächstens eine sauberere Version eines nachlaufenden Basstreibers ...


    Auf jeden Fall habe ich die Dinger zunächst nach Gehört zeitlich angepasst (Delay), da meine Hauptanlage ja noch einen T+A PS 1200 hat und der wiederum mit einer gewissen Latenz arbeitet habe ich hier eine Sonderkonstellation was das Delay bettrifft, aber weiter im Text.


    Eine Trennfrequenz um 60-70 Hz schein in Ordnung, ein vernehmliches Dröhnen aber auf Raummoden schliessen. Weil der Behringer nun schon mal dran hängt habe ich den Analyzer verwendet um die Moden zu sehen und 31, 63, 112 Hz waren recht präsent. Das mit entsprechenden Para EQs vermieden ging es schon viel (noch) trockener zur Sache.


    Wenn ich nicht zu faul bin messe ich nachher noch mal mit Acourate nach und kontrolliere die Korrekturen bzw. den Delay falls das notwendig ist.


    Alles in allem sind 102 dB bei 1 Watt schon ganz angnehm :) Meine kleine Kritik an Ripolen/BMCs dass man für entsprechend Pegel einiges an Treibern bräuchte ist hier nicht mehr vorhanden. Ob es genau so trocken klingt kann ich erst später sagen, wenn das Setup vernünftig ist. Meiner Erfahrung nach ist auch bei Dipolbässen eine sehr feinfühige einstellung der Verzögerung (des Woofers oder auch der ELS) entscheident für Genuss oder leichtes Dröhnen...


    Auf jeden Fall machen die Dinger Spass :D


    viele Grüße,


    Michael

  • Hallo Martin 12341
    Sehe Ich das Richtig, du hast deine Esel mit einer Staubschutzfolie Überzogen ?


    Welche Folienstärke hast du Benutzt


    Gruß Dirk

  • Hallo Dirk,
    ich hatte sie eine Zeit lang mit 4u-Folie überzogen. Aber nach und nach habe ich beim Hin- und Herbauen so viele Löcher reingerissen bis es mir irgendwann zu dumm war und ich die Folie wieder entfernte. Habe jetzt vorne und hinten wieder Lautsprecherbespannstoff. Das hält zumindest Insekten und den groben Staub fern, besser als gar nichts.

  • Hallo Martin
    Wie Ich lese hast du in Absebahrer Zeit vor dir auch Dipol-Türme zu Bauen. 8 stück pro Seite. Hast du die von Händchen schon Gehört ? Oder was Vergleichbares.
    Ich brauch Dringend auch eine Bassunterstützung für die Großen Panele, nur ist das Problem auch die Richtigen zu Verbauen. Die Westras sind ja relativ Günstig.


    Gruß Dirk

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