Beiträge von eiskaltes Händchen

    Hi,


    tja, wenn man über 30Jahre mit der Materie beschäftigt ist und selber Lochblechstatoren baut, dann bleibt durchaus mal etwas sinnvolles in den grauen Zellen haften :1400:


    Lochbleche würde ich aber direkt bei einem Stanzbetrieb anfragen.

    Man kann z.B. gut ein ganzes Grundblech RV3/4 oder RV5/6 abnehmen (125x250cm fIre) und einfach Streifen abstanzen lassen, z.B. 8Stk. 25x125cm.

    Das ist das Format meines kleinen ESEL-Stators, gut für einen Hybriden ab ~200-250Hz aufwärts mit excellenten dynamischen Eigenschaften.

    Die Lackierung lässt sich mit ein wenig Geschick und Sprühpistole selbst aufbringen, wie es selbst professionelle Betriebe nicht besser machten -nicht weil sie es prinzipiell nicht könnten, sondern schlicht und einfach weil der Aufwand nicht mehr zu bezahlen wäre.


    Das Vorgehen wäre wie folgt:

    Vorbereitung der Bleche:

    - Bleche checken und gegebenenfalls Lochkanten entgraten/brechen.

    Nicht mit Druck schleifen, weil sonst die Stanzgrate an den Lochkanten eher in die Löcher gepresst als entfernt werden!

    - kleine Löcher in die ungelochten Top/Bottom-Streifen bohren um die Bleche aufhängen zu können.

    - an den Briefmarken-artig gestanzten langen Seiten die offenen Löcher so bearbeiten, daß weniger als ein halbes Loch stehen bleibt.

    An den scharfen Spitzen entstehen sonst leicht Überschläge.

    - Kontaktierung für Anschlussdrähte anbringen.

    Das kann z.B. ein angepunkteter 2,8mm Flachstecker sein, oder ein mit Hartlot angelötetes Kabelstück, etc. etc.

    - Bleche eventuell biegen lassen (wie bei purist, ML u.A.). Biegen erhöht die mechanische Steife deutlich und erweitert auch leicht die Abstrahlung.

    - Blech sorgfältig säubern/entfetten (Kaltreiniger, Aceton)

    - Als Lack empfehle ich einen lösemittelhaltigen transparenten PU-Lack (Treppen-, Bootslack), da die gut verlaufen.

    Glanzgrad glänzend oder hochglänzend.

    PU hat sehr günstige dielektrische Eigenschaften, ähnlich wie Nylon (PA66) ... auch gut wären Acryllacke, aber .....

    Ich bekomme mit wasserlöslichen Acryllacken zum verrecken keine vernünftige Oberfläche hin .... habs oft genug versucht und geflucht.

    Nehmt Lacke von einem Fachbetrieb und nicht die dünne Brühe aus der Sprühdose aus dem nächsten Baumarkt!

    Mengenmäßig sollte man mit 5-10L rechnen (für ~100-150m² Lackfläche pro Grundblech) ... und guter Lack kostet Geld!

    Da das Lochblech hauptsächlich eben Loch ist, geht leider ein Großteil des Lackes verloren.

    Daher ist eine Schutzmaske ein Muss(!) und evtl. eine provisorische Lackierkabine aus Folie mehr als sinnvoll!

    - Einen zum Lack passenden Haftgrund nicht vergessen (für ~25m² bei einem Grundblech).

    - Einen zum PU-Lack passenden farbigen Lack wählen (ebenfalls für ~25m² pro Grundblech).

    - Ich verwende zum Lackieren eine Pressluftpistole mit Kompressor ... hatte noch keine elektrische Pistole, die wirklich so funktionierte, wie es sollte.

    - Beim Lackieren nur dünne(!) Schichten auftragen und gleichmäßig aber zügig arbeiten.

    Lack in 45° Winkel zum Blech auftragen um in die Lochkanten zu kommen.

    Insgesamt 4 Durchgänge pro Seite aus 0, 3, 6 und 9Uhr Orientierung naß in naß auftragen.

    Sofort auf die zweite Seite wechseln und das gleiche Spiel widerholen.

    Alle Bleche nacheinander in einem Aufwasch lackieren.

    - Nach der Grundierung und Trocknung nach und nach mind. 3-4 Lagen mit PU-Lack in gleicher Technik lackieren.

    Die Lackoberfläche sollte in die Lochkanten hinein danach schon eine schöne Verrundung zeigen ... ansonsten weitere Lagen aufbringen.

    - Kontrollieren, daß keine Löcher des Bleches durch Farbnebel verstopft sind, oder Staubpickel auf der Oberfläche sind.

    Verstopfte Löcher können gut und sanft mit einem Zahnstocher geöffnet werden ... Pickelchen glätten.

    - Zur Farbgebung mit der gleichen Technik eine Lage vom farbigen Lack aufbringen

    - Zur ´Versiegelung´ nochmals 1-2 Lagen des farblosen PU-Lackes auftragen ... hierbei bei jeder Lage auf Verschlüsse und Pickel checken.

    Ausserdem sorgt die Versiegelung für mehr optische ´Tiefe´ der Farbe.

    - insgesamt werden so 32-48 dünne Schichten in 6-8 Lagen aufgetragen und eine schön verrundete, glatte und ausreichend dicke Lackierung erzeugt

    Auf der Oberfläche sollten dann > 500µm Lack und an den Lochkanten noch >300µm Schichtdicke vorhanden sein.


    Nach der Lackierung steht die elektrische Prüfung der Bleche an.

    - Materialien: Alufolie in Blechgröße, Polarisationsnetzteil oder besser ein einstellbares HV-Netzteil (1-5kV, kleiner 1mA), Kabel und Stecker/Krokos, etc.

    Eine gute Lackierung sollte 5kV durchaus überstehen.

    - Folie auf das Blech legen und Blech und Folie mit der HV-Quelle verbinden.

    - Schaltet man die Quelle ein, so wird die Folie sofort an das Blech gezogen --> Kontaktierung des Bleches ok.

    Idealerweise hört man nun ein leichtes Summen oder ein gelegentliches leichtes Knistern, das mit der Zeit abnehmen sollte ... der sogenannte ´Geburtsschrei´ des Stators. ;)

    Kleine Unebenheiten in der Lackoberfläche werden ´weggebrannt´.

    Hört das Knistern nicht auf, wird sogar lauter, oder es knallt -mit zugehöriger lokaler Ausbeulung der Folie- dann das Netzteil abschalten

    Unbedingt entladen!! Folie und Blech bilden einen Kondensator mit einigen nF, dessen Ladung mind. verteufelt zwiebelt, wenn man die abbekommt!

    Die Ausbeulung der Folie zeigt genau den Ort der Problemstelle.

    Die Problemstelle nacharbeiten (evtl. Pickelchen glätten etc.) und mit etwas Lack versiegeln.

    An den Briefmarken-Rändern können die Probleme noch am ehesten auftreten.

    Die diese Ränder ohnehin mit einem dünnen Streifen Tesa ´entschärft´ werden ist das nicht soo ausschlaggebend.

    15-19mm breites transparentes Tesaband um die Kante kleben und Test wiederholen.

    - Da sich bei HV die Probleme durchaus verzögert einstellen sollte der elektrische Test pro Blechseite mind. 5Min laufen.


    Sind die elektrischen Tests erfolgreich verlaufen hat man einen professionell aussehenden, (betriebs)sicheren Lochblechstator mit hervorragenden Eigenschaften mit dem sich Weltklasse ESL-Panele bauen lassen. :1401:


    eiskalt

    DasHändchen

    Hi,


    ob 3-4kV erreichbar sind hängt ja vor allem vom Membran-Stator-Abstand ab.

    Theoretisch wird ja die Spannung zwischen Membran und Stator bei einem Konstantladungs-ESL kleiner und im Kontaktfall sogar Null.

    Praktisch muss natürlich Isolierung schon aus Sicherheitsgründen bleiben, bzw. zusätzlich eine dickere isolierende Schicht z.B. durch Akustikschaum aufgebracht werden.

    Die zu sehenden Bleche sind halt wie üblich mit einer optisch ansprechenden Beschichtung versehen, sprich sehr dünn lackiert (~25-50µm).

    Da hier sicher auch keine entgratenden Maßnahmen unternommen wurden dürften an den Lochkanten gerade der Ausstanzseite Grate vorhanden sein, bei denen die Lackdicke nochmals reduziert ist.

    Zusammen mit der erhöhten Felddichte an scharfen Graten dürfte die Überschlagsgrenze bei höchstens wenigen hundert Volt liegen.

    Zudem ist der Offenheitsfaktor hier so groß, daß mit beträchtichen Effizienzverlusten zu rechnen ist und auch die Membrandämpfung, die bei kleinen Offenheitswerten (um 30% und weniger) positiv nutzbar ist, wäre hier nicht vorhanden.

    Als Zierblech nutzbar und ja, selbst als ESL-Stator, aber gut und effizient würde so ein Panel nicht.


    eiskalt

    DasHändchen

    Hi,


    leider habe ich nur zwei eher schlechte Nachrichten für Dich.

    Hostaphan RN ist nicht die beste Wahl als Folie und meinen Kenntnissen nach nicht unter 50µm Dicke erhältlich.

    Kann es sein, daß Du in der Dickenangabe eine Null zuviel hast?

    0,01mm aka 10µm wären schon am oberen Ende dessen, was gewöhnlich für ESLs verwendet wird.

    0,1mm aka 100µm wären zu dick.

    Geeigneter sind die Hostaphan RE Folien, die es auch in deutlich dünneren Ausführungen gibt.


    Die zweite Nachricht ist .... ohne Beschichtung is nich.

    Der Oberflächenwiderstand ist typisch >>10exp14 Ohm und damit zu hoch.

    Günstige Werte bewegen sich etwa im Bereich 10exp8 bis 10exp12 Ohm.


    Lycron hat (oder hatte) zwei Beschichtungen im Program, deren zuerst am Markt erschienene milchig trüb war.

    Das später erschienene Lycron Crystal sollte eigentlich transparent sein .... allerdings ist es meiner Kenntnis nach kritisch was die Temperatur und Luftfeuchte bei der Verarbeitung betrifft.

    Es kann dann wohl zu Trübungen kommen.


    eiskalt

    DasHändchen

    Hi,


    da es ein chinesischer Fertiger ist, hilft wohl nur, daß ich ein paar kleinere Muster mal herstellen lasse.

    Ich such aber auch noch mal den europäischen Fertiger für Großplatinen raus .... der allerdings damals nicht auf Mails reagiert hat ... und so etwas ist für mich ein Zeichen dafür, daß es im späteren Fertigungsprozess fast immer weitere Probleme gibt.

    Es ist eben nicht immer nur der Preis der Kunden zu den Chinesen laufen lässt .... gerade hier in De haben viele Firmen offenbar immer noch nicht den Schuss gehört und sitzen auf einem hohen Ross, sobald ihnen klar ist, daß mit Dir keine goldenen Kloschüsseln zu verdienen sind.

    Teuer, mangelnde Qualität, fehlende Serienkonstanz, keine Termintreue ... manchmal frage ich mich, wie DE noch so stark im Export sein kann.

    Ich hab schon so viele (deutsche) Firmen aus den Bereichen Holz-, Metall-, Glas- und PCB-Fertigung durch, daß ich fast nur noch anfrage, wenn mir jemand den Betrieb vorher empfohlen hat.


    eiskalt

    DasHändchen

    Hi,


    Final hatten ja ihren eigenen Weg gewählt und unterschieden sich dadurch von allen anderen ESLs am Markt.

    Um es verständnismäßig zu vereinfachen handelte es sich nicht um sogenannte push-pull Konstantladungs-ESLs, die mit hochohmiger Beschichtung der Membrane arbeiten, sondern um ein paar elektrisch parallel geschaltete Konstantspannungs-ESLs, welche mit gut leitfähiger Beschichtung arbeiten.

    Immer noch zu kompliziert ....

    Beim KL-ESL ist die Membran nur Träger einer Ladung auf die das elektrische Feld, das sich zwischenden Statoren aufbaut eine Kraft ausüben kann. Mit dem eigentlichen Signalweg des Audiosignals von Stator zu Stator hat die Membran nichts zu tun.

    Das sieht man eindrucksvoll bei Elektret-Kopfhörern, bei denen die Elektretmembran die Ladung quasi in sich trägt und daher kein elektrischer Anschluss nötig ist. Wird die Ladung aber wie üblich über ein kleines HV-Netzteil erzeugt, dann fließt nah der Voll-Aufladung der Membran praktisch kein Strom mehr. Es muss nur die Leckage der Ladung nachgeschossen werden.

    Bei den KS-ESL jedoch ist die Membran gut leitfähig und bildet mit jedem Stator einen eigenen Kondensator. Das hat zur Folge, daß die Ströme zum Umladen der Kondensatoren eben auch über die Membran, bzw. deren Kontaktierung und Beschichtung gehen.

    Hohe Spannung winzigster Strom .... das beherrscht man seit mehreren dutzend Jahrzehnten, selbst in transparenter Form.

    Hohe Spannung und nennenswerter Strom .... mögen nicht nur Kontaktierungspunkte nicht.

    Die Final-Beschichtung eben war sehr speziell -weil zusätzlich noch hoch-transparent- und des weiteren noch mit einer hoch-transparenten Isolierschicht versehen. Aber auch an ihr nagten die Zähne des Stromes und der Zeit erfolgreich.

    Wie sich zeigte starben viele Finals am Versagen dieser Beschichtung ... entweder durch Elektrodenfraß, oder durch nachlassen der Haftung der Beschichtung.

    Der Auftrag der Tinten erfolgte vermutlich in einem teil-automatisierten Druckverfahren, evtl. noch mit UV-Aushärtung.

    Die Macher hinter Final waren jedenfalls hochkompetente Leute, denen ein beeindruckender KnowHow und Maschinen Pool zugänglich war.

    Zwar sind seit der Liquidation von Final (und sogar deren Nachfolger) gut 10 Jahre ins Land gegangen und die Entwicklung solcher elektrisch leitfähiger Tinten hat sich fortentwickelt, aber ich halte die Probleme dieser sehr speziellen Anwendung für noch nicht wirklich dauerstabil gelöst ... und falls doch, dann sicher nur unter sehr kontrollierten und spezialisierten Verarbeitsschritten (z.B. Plasma-Aktivierung der Trägermembran zur Erhöhung der Haftfähigkeit, etc.)

    Eine Reparatur im Sinne der Wiederherstellung des Originalzustandes jedenfalls halte ich für ausgeschlossen - das beherrschen selbst für Quads nur ganz ganz wenige!


    eiskalt

    DasHändchen

    Hi,


    schöne Tage auch noch :1400:

    Aah, jetzt tut sich langsam etwas ....

    Bevor es zu einer Bestellung käme muss unbedingt geklärt werden, ob das Design mechanisch machbar ist.

    Ich bin sicher der Chinamann sagt ja und sackt die Kohle ein und wenn sich im weiteren Verlauf herausstellt, daß die filigranen Strukturen durch Vibration und ´maximalem Fräsvorschub´ kaputt gehen, dann bekämen wir ein Paket mit 10-tausenden Stäbchen an Stelle von großen schönen Statoren und der Chinamann sagt nur: "Der nächste bitte!"

    Risiken gibt es bei allen Geschäften und mit China nochmals verstärkt ... und ich habe nicht den geringsten Wunsch mein und euer Geld denen ohne anständige Gegenleistung in den Rachen zu werfen.

    Trotzem würde ich natürlich vorher in Erfahrung bringen wollen, ob der chinesische Fertiger uns sauber gefertigte Ware garantieren kann.

    Ich habe auch noch europäische Firmen, welche größere Formate anbieten.

    Leider hatten die es offenbar nicht nötig auf erste Kontakte auch nur zu reagieren, aber ich suche weiter.

    Sollte eine anständige Firma gefunden sein wäre mir prinzipiell ein höherer Preis akzeptabel.

    Lieber 50% mehr zahlen und dafür tatsächlich etwas brauchbares in der Hand.

    Wie seht Ihr das?


    eiskalt

    Das Händchen

    Hi,


    ich spiele mit dem Gedanken nächstes Jahr mir Statoren aus Leiterplatten zu bestellen.

    Konstruktiv sollen es einseitige FR4 Platten mit schwarzer Lötstopplackisolierung und geschlitzten Löchern werden, Format 25-30cm breit und ca. 100cm hoch.

    Damit sollten sich effiziente segmentierte Panele ab ca. 250Hz bauen lassen, mit etwas Geschick und größeren Statorabständen sogar Subwoofer-unterstütztbare Panele.


    Erste Ansichten der Statoren.


    erste Ansichten eines kompletten Panels.


    Erste Recherchen ergäben Kosten für ein 4er-Set PCBs von ca. 200€ bei 3 Sets, ca. 150€ bei 5Sets und ca. 110€ bei 10Sets.

    Für spielfertige Panele nach gezeigtem Entwurf kämen noch hinzu:

    - Versteifungsstreben (44Stk)

    - Abstandhalter (z.B. 1,5mm 3M Klebebänder 16mm und 6mm Breite, oder andere Kunststoffe)

    - Folie (mit 4,8µm Hostaphan kann ich versorgen)

    - HV-Widerstände zur elektrischen Segmentierung (72Stk für 9 Segmente mechanisch = 5 Segmente elektrisch/akustisch)

    - Membrankontaktierung (Kupferstreifen, aus Tiffany-Lampen Zubehör) und Zuleitungen aus Laborlitze

    - Membranbeschichtung

    - Verbrauchsmaterial wie Klebstoffe, Farbe etc.

    - evtl. Dämpfungsmatten (z.B. Siebdruckgewebe)

    - Spannrahmen o.ä. für die Folie


    Im weiteren Verlauf wären noch nötig:

    - Übertrager (für Hybridpanel z.B. 2x2Stk Ringkerntrafos 50-80VA 230V/6V)

    - HV-Polarisationsnetzteil (2-3kV, 0,5-1W, oder HV-Kaskade)

    - Einbaurahmen/Gehäuse

    - Frequenzweiche, bevorzugt aktiv

    - passendes Bass-Teil


    Konzeptuell könnte das Endergebnis diesem hier ähneln, welches für Räume ab ca. 20m² geeignet ist.

    Wenn Interesse besteht, wäre ich bereit einen Groupbuy zu organisieren.


    eiskalt

    DasHändchen

    Hi,


    Alu in der Dünnheit ist weich und instabil.

    Da sollte ein Panel schon gebogen sein, oder durch zusätzliche mechanische Maßnahmen stabilisiert werden.

    Die Dicke des Materials bestimmt zusammen mit dem Öffnungsmaß, bzw. den Abmessungen jedes einzelnen Lochs die mögliche obere Grenzfrequenz.

    Jedes Loch kann als winziger Helmholzresonator betrachtet werden, deren summierte Wirkung auch rechnerisch abgeschätzt werden kann.

    Bei ansonsten gleichen Abmessungen sind verrundete Lochwände deutlich günstiger, oder erlauben eine größere Blechdicken als ein zylinderförmiges Profil der Löcher.

    Diese Verrundung ergibt sich fast automatisch bei entsprechend dicker isolierender Lackierung.

    Trotzdem ist eine Verrundung der Löcher vor Lackierung sehr vorteilhaft, da an scharfen Lochkanten durch die erhöhte Feldstärke schneller Überschläge entstehen und die scharfen Kanten wie Messer die Lackierung anritzen können (z.B. bei der Abkühlung gepulverter Bleche).

    35% Offenheit sind unisoliert schon knapp.

    Rechne mit gut 30%-50% Verringerung der Offenheit bei entsprechend dicker, durchschlagsfester Lackierung.

    Gut geeignete Standardlochung sind RV5/6 und RV3/4


    eiskalt

    DasHändchen

    Hi,


    #3: Nein, das ist nicht das Gleiche. Der mit der Frequenz ansteigende Teil der Glockenkurve ist induktiv im Character, der fallende Teil kapazitiv.

    Addiere ich nun seriell den Ü des Amps hinzu, dann verschiebt sich die Spitze der Glocke zu tieferen Frequenzen und durch den ohmschen Anteil des Ü wird der Peak etwas niedriger.

    Das Ziel den Peak insgesamt -und damit auch die einhergehenden Phasendrehungen- zu glätten wird damit nicht erreicht.

    Typischerweise können Amps mit Ü aber wesentlich besser mit den teils beträchtlichen Blindströmen umgehen als Ü-lose Amps.


    4#: Die Amp Hersteller könnten ja auch gleich vernünftige stabil arbeitende Verstärker bauen ;)


    eiskalt

    DasHändchen

    Hi,


    Elektrostaten pur an Übertrager weisen eine Glocken förmige Impedanzkurve auf, deren Betrag durchaus über 100Ohm und deren Phasengang Werte von deutlich über +-45° erreichen kann.

    Dafür ist die Mehrheit üblicher Verstärker nicht ausgelegt und reagiert mehr oder minder verschnupft.

    Das Linearisierungsnetzwerk ist typischerweise ein einfaches LCR-Netzwerk, welches dem ESL parallel geschaltet ist.

    ESL und Netzwerk handeln dann untereinander die Verteilung der Ströme so aus, daß der Verstärker eine konstantere Impedanz, sowohl in Betrag wie in Phase sieht ... und das erleichtert ihm die Arbeit.

    Das LCR Netzwerk ist kein Zauberding und kostet mit vernünftigen Bauteilen aufgebaut vielleicht 10-20€ .... man kann mit Boutique Bauteilen den Preis aber auch schnell mal auf einige hundert € treiben ... ohne daß sich klanglich dadurch etwas ändert.

    Die klangliche Verbesserung entsteht ausschließlich durch das verbesserte arbeiten des Amps.

    Am einfachsten ist es jedoch einen Amp zu wählen, welcher sich von solchen Lasten unbeeindruckt zeigt.

    Huberts class-D gehören dazu. Dann machen auch solche zusätzlichen Netzwerke keinen Unterschied.


    eiskalt

    DasHändchen

    Hi und hallöle,


    Acoustat war nie besonders stark in De vertreten.
    Es wäre daher mit einigem Glück verbunden, das ich natürlich wünsche, wenn Du Erfolg mit Deinem Wunsch hättest.
    Falls Du noch nicht in amerikanischen Foren, wie z.B. dem DIY-Audio versucht hast, kann ich nur dazu raten, dort ebenfalls anzufragen.
    Im DIY-Audio schreibt z.B. regelmäßig ein User Acoustatman, der wohl ein ehemaliger Mitarbeitervon Acoustat ist und sehr tiefgehende Kenntnisse hat.
    Vielleicht tut sich da ja eine Quelle auf.


    eiskalt
    DasHändchen

    Hi,


    Zur Kenntnisnahme
    Auf faillissementsdossier.nl findet sich folgende Nachricht:

    Zitat

    Insolvenz Piosound Bv
    Am 28-08-2013 wurde Piosound Bv in Eersel (Noord-Brabant) vom Gericht in Oost-Brabant in Berufung für insolvent erklärt. Als Insolvenzverwalter ist angestellt mr. M.J.L. Versantvoort. Die Insolvenznummer dieser Sache lautet F.01/13/807. Es sind 4 Berichte verfügbar


    eiskalt
    DasHändchen

    Hi,


    nein, kein Neuer!
    Nachdem Final reihenweise die Panele gestorben waren, was an dem eben so euphorisch beworbenen invertierten Prinzip lag, und sie deshalb Final :365: , machen sie nun unter neuem Namen mit dem selben alten Kram beim gleichen Distributor weiter. :rolleyes: So spart man sich teure Rückläufer Reparaturen.
    Werden gestorbene Final-Panele eigentlich bei Pio geserviced oder lässt man alte Kunden im Regen stehen, weil sonst niemand helfen kann?


    Die invertierte Technologie an sich ist ein sehr alter Hut. Aber heutzutage könnte man sich ja selbst eine Schubkarre patentieren lassen. 8)
    Es handelt sich hier um Konstantspannungs-ESLs, was bedeutet, das die Verzerrungen höher sein müssen(!) als beim symmetrischen Konstantladungs-ESL.
    Spätestens sobald die Folie im Bassbereich hubeln muss ist Ende mit low-THD.
    Bei Final hat man das geschickt umgangen, indem selbst die großen Wandler praktisch nicht unter 80Hz spielten.
    Die invertierte Technologie kann in der Praxis die reklamierten Vorteile nicht halten, weist aber nahezu alle deren Nachteile auf.
    Laut Werbesprüchen hätten die Finals effizienter sein müssen, tiefere Grenzfrequenzen erzielen müssen, verzerungsärmer sein müsen und vor allem hätten sie langlebiger sein müssen.
    Nichts davon traf zu!
    Das entscheidende Problem der Langlebigkeit dürfte darauf zurückzuführen gewesen sein, das die Membran und nicht die Statoren mit dem Musiksignal beaufschlagt wurden. Der Stromfluss unter HV-Bedingungen dürfte die Beschichtung oder die Kontakte gefressen haben und zum Ausfall geführt haben.
    Ich zweifle stark, das die neuen Beschichtungen das halten, was Pio verspricht aber Final nicht halten konnte.
    Es gibt wenig Grund zur Annahme das die NanoCarbon-Geschichten stabiler sind als die früheren Metall basierten Polymer-Beschichtungen.
    Interessant an den Final-Patenten waren daher eigentlich nur die Beschreibungen zu Verarbeitungsprozessen und eingesetzten Materialien.
    So bleibt in der Praxis allein der Sicherheitsvorteil, das die Statoren nur mit der ungefährlicheren Polarisationsspannung und nicht mit dem hoch-gespannten Musiksignal beaufschlagt sind.
    Mir sind aber ausser den alten DIS keine Fälle bekannt in denen Statoren kommerzieller ESL nicht ausreichend sicher isoliert waren.


    eiskalt
    DasHändchen

    Hi,


    die Breite der Abstrahlung auf Entfernung ist bedingt durch die Breite der abstrahlenden Fläche und der Frequenz.
    Mit steigender Frequenz sinkt die für gleichen Abstrahlwinkel erlaubte Breite. Exakt das macht die elektrische Segmentierung.
    Es werden mit ansteigender Frequenz zunehmend Membrananteile quasi stillgelegt und die breite Abstrahlung bleibt bis zu hohen Frequenzen erhalten.
    Da die Segmentierung einfach über vorgeschaltete Widerstände erfolgt, ´sieht´ zudem der Verstärker einen zunehmend ohmschen und abnehmenden kapazitiven Anteil an der Last. Die Schwankungsbreite der Impedanz die bei einem reinen Kondensator über einen Bereich von 1:1000 zwischen 20Hz und 20kHz beträgt, wird deutlich geringer. Ebenso wird der Phasenwinkel, der theoretisch ideal konstant -90° betrüge, reduziert (genauer, der Betrag reduziert). Über den Übertrager sieht der Amp eine Last mit geringerer ohmscher und Phasen-Varianz. Er hat es deutlich leichter.
    Die Linse soll einen ähnlichen Streueffekt erzielen wie die Segmentierung. Das bedeutet aber, das sie, um im oberen HT-Bereich wirksam sein zu können, sehr schmal werden muss. Als zweiten Trick führt sie die Laufzeitverlängerung der äusseren Linsenelemente ins Feld. So wird die planflächige Schalleinstrahlung in die Linse gekrümmt.
    Das ist bei der Beverdidge mit ihren schmalen und vielzahligen Linsenelementen auch nachvollziehbar.
    Bei der Klimo ist weder die Breite der zentralen Linsenelemente, noch der Weg- bzw. Laufzeitunterschied so prägnant ausgeführt. Die Wirksamkeit ist damit deutlich reduziert. M.A.n bis zur praktischen Nutzlosigkeit, aber warten wir mal eine Messung ab.So aus dem Bauch heraus würde ich eine maximale Breite von 2-3cm der Elementes, um 1cm an der schmalsten Stelle und mind. 9-11 Eementen für eine deutliche Wirkung ansetzen.


    Segmentierung + Linse macht m.A.n überhaupt keinen Sinn.
    Die Linse wird dazu benötigt die, aufgrund der Breite des Panels auf Entfernung mit steigender Frequenz stark richtende, Abstrahlung aufzuweiten. Im Mitttel- und Tieftonbereich strahlt das Panel auch so breit ab. Hier ist die Linse ein eher hinderliches Objekt im Schallfeld.
    Nur weil die Linse unmittelbar vor dem Stator sitzt, strahlt ein unsegmentiertes Panel auch vollflächig Hochton in die Linse ein und sie kann ihre erwünschte Funktion überhaupt erfüllen.
    Sinn machen also in erster Linie ein unsegmentiertes Panel mit Beveridge Linse oder ein segmentiertes Panel ohne Linse, wobei nur Letztere den Vorteil der einfacheren Antreibbarkeit hat.


    eiskalt
    DasHändchen

    Hi,


    über die Person Klimo kann und will ich mich nicht äussern. Ich will auch das ´abkupfern´ nicht generell verdammen, solange es in einem vertretbaren Rahmen bleibt und der Kupferstecher sich nicht als Original hinstellt.
    Es kann ja durchaus auch einer wenig bekannten, aber vorteilhaften Technik zum Durchbruch verhelfen.
    Apple und Bose sind Paradebeispiele dafür.
    Die Nachahmungen sollten aber auch wenigstens so gut gemacht sein, das sie nicht schlechter als das Original sind oder einen eigenen Anteil an Fortentwicklung aufzeigen.


    Die Sinnhaftigkeit der Linse nach Klimo ließe sich durch eine Messung des Abstrahlverhaltens eruieren, dessen Aufweitung ja ihre einzige Aufgabe ist.
    Erfüllt sie die Anforderung nicht oder nicht ausreichend, dann wäre sie allenfalls eine Fingerübung und Hobbyobjekt.
    Das sowas Spass machen kann steht ausser Zweifel. Um wieviel mehr Spass müsste dann aber eine tatsächlich funktionierende Linse nach Beveridge machen? :1311:


    Anders gefragt: Ist Dein Wolke7 Erlebnis ein Resultat des Elektrostatenpanels an sich, oder ist die Linse auch daran beteiligt?


    eiskalt
    DasHändchen

    Hi,


    Zitat

    Dass der Einlass in der Mitte deutlich breiter ist dürfte daran liegen, dass die Folie in der Mitte mehr Schalldruck abgibt. ...ist doch so, oder? ...


    Nein! Entweder kann der von Beveridge beschriebene Effekt in ausreichendem Masse mit den größeren Dimensionender Klimo in ausreichender Ausprägung erzielt werden, oder die Patentschrift ist zwar gelesen, aber nicht verstanden worden. Ersteres ist unwahrscheinlich, bzw. bringt keinen Vorteil gegenüber der dann weitaus vorteilhafteren elektrischen Segmentierung.
    Und auch Nein, wenn es sich um unsegmentierte Panele handelt, die über den kompletten Arbeitsfrequenzbereich vollflächig angetrieben sind. Die Limitationen sind die eingespannten Randstreifen, bzw. Stellen an denen Abstandshalter die Membranbewegung beschränken.
    Die Richtwirkung ist eine Frage der Abmessungen und kommt erst mit ´Entfernung´ zum Tragen. Der Abstand der Linseneingänge zur Membranfläche ist dafür zu gering. Hier ist von einer gleichmässigen vollflächigen Abstrahlung auszugehen.
    Ansonsten machte eine Linse in den Aussenbereichen ja auch überhaupt keinen Sinn und es genügte ein streuendes Element ausschlieslich in der Panelmittelachse. Das sähe dann auch nicht wie das mittlere Linsenelement aus, weil dieses zumindest im oberen Hochtonbereich keine Streuung erzeugte.
    Die Streuung, bzw. breitere horizontale Abstrahlung kommt durch zwei Faktoren zustande. Schmalere horizontale Austritts- als Eintrittsöffnung und verlängerter akustischer Weg der äusseren Linsenelemente. Beide Faktoren träfen nicht zu, für bereits bündelnde Einstrahlung in die Linse. Aber das steht eigentlich auch alles schon in den ersten 53 Zeilen des Beveridge Patentes. Nach Beveridge gelesen taugen die wenigen und breiten Linsenelemente der Klimo eigentlich nicht dazu die (in sich schlüssigen) Claims des Patentes auch hinreichend zu erfüllen.
    Eine Aufweitung der Richtwirkung ist durch elektrische Segmentierung ebenso erzielbar und bietet sich gerade für Stab-, Draht- und aus leitfähigen Streifen gebildete Statoren an. Da hier neben der gezielten Beeinflussung des Abstrahlverhaltens auch der Amplitudengang beeinflusst werden kann und(!) zugleich die Anforderungen an die Übertrager und die antreibenden Verstärker deutlich geringer werden, macht die Linse eigentlich nur Sinn bei planen vollflächigen Statoren, die nicht elektrisch segmentierbar wären, z.B. metallischen Lochblechen.


    eiskalt
    DasHändchen


    ps. in Baumärkten gibt es günstzig transparente und recht steife Polycarbonatfolie in 0,8mm und 1,0mm Stärke. Könnte vielleicht eine Alternative zum relativ dicken Sperrholz und für Linsen mit größerer Anzahl/schmaleren Schallleitungen sein, um Beveridges Überlegungen auch praktisch wirksam umzusetzen. Ansonsten kämen wohl nur dünne Metallbleche noch in Frage.

    Hi,


    das System von Beveridge ist in sich technisch schlüssig.
    Dadurch das die Beveridge direkt die Membran ansteuerte war eine elektrische Segmentierung nicht möglich.
    Das Panel strahlte also vollflächig ab mit entsprechend extremer Richtwirkung.
    Es bedurfte also einer Lösung das Abstrahlverhalten zu kontrollieren.
    Hier macht eine mechanische Linse also wirklich Sinn.
    Mit segmentierbaren Panels erübrigt sich eine Linse und man spart neben dem Aufwand dafür auch die Nachteile die eine akustische Führung unausweichlich mit sich bringt.


    Konsequenterweise wurde auch dem rückwärtigen Schall bei Beveridge Beachtung geschenkt.
    Ob ein einfaches flaches geschlossenes Gehäuse hier optimal ist, sei mal dahingestellt.
    Ein frei stehendes und frei strahlendes Panel ist m.A.n immer noch das Optimum.
    Bei der vorgesehehen wandnahen Aufstellung war es aber wohl die günstigste, einfach zu fertigende Lösung.


    Die angesprochene Rückkopplung diente dazu die grundsätzlich kräftige Resonanzspitze zu bügeln die bei allen Panelen durch die straffe Spannung der Membran bei gleichzeitiger fester Randeinspannung auftritt und nichts mit dem antreibenden Verstärker zu tun hat. Ohne die spezielle Rückkopplung weist auch das Beveridge-Panel am Beveridge-Verstärker die Resonanz auf. Das sieht man bspweise schön an den Acoustats, deren X-Amp eine verfeinerte Version des Beveridge ist, die aber ohne diese Rückkopplung auskommen.
    Bei den Beveridges ließ sich die Rückkopplung dadurch implementieren, das das Reziprozitätsprinzip angewandt wurde.
    Das heisst, das ein kleiner Teil der Membran quasi als Mikrofon genutzt wurde.
    Das setzt aber eine gut leitfähige Membran voraus, die ja ohnehin beim Beveridge genutzt wird.
    Mit Konstantladungs-ESL lässt sich das so nicht verwirklichen. Die Rückkopplung bügelte aber nur den Amlitudengang des Panels. Eine Massnahme, die mit ähnlicher Effektivität aber weniger Aufwand durch ein Notch-Filter bewerkstelligt werden kann.
    Ich denke, daß mit modernen segmentierbaren Panels der mechanische Aufwand der Linse keinen Vorteil mehr bringt.


    eiskalt
    DasHändchen